Der Zahlenplan – Fluch oder Segen?
Tipps für ExistenzgründerDie Handhabung des Zahlenplanes ist nicht immer einfach, dennoch kann der Existenzgründer ihn einsetzen, um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen.

Das Herzstück des Zahlenplanes ist die so genannte Liquiditätsvorschau. Hier schätzt der Unternehmer in monatlichen Einheiten seinen erwarteten Erfolg. Dabei werden die Umsätze um die Aufwendungen gekürzt und somit ein monatlicher geschätzter Gewinn bzw. Verlust errechnet. Da die Existenzgründer größtenteils ihren Gewinn per Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ermitteln stellt in diesem Fall das Betriebsergebnis (vor Abschreibungen und Steuern) abzüglich privater Entnahmen auch den Liquiditätsüberschuss im entsprechenden Monat dar.

Eine bei Gründungen häufig auftretende Erscheinung sind die sogenannten Anlaufschwierigkeiten, bei denen der Unternehmer zunächst erheblichen Aufwand durch Investitionen hat, die zugehörigen Umsätze kann er jedoch erst in späteren Monaten erzielen. Die Kumulierung des monatlichen Liquiditätsbedarfs zeigt an seinem Maximum den Gesamtbedarf an Geldmitteln, der z.B. durch einen Überziehungskredit, ein Darlehen oder vorhandene Eigenmittel gedeckt werden muss.

In dem entsprechenden Monat greift nun ein Fluch des Zahlenplanes, denn es lässt sich nicht ablesen, ob die Aufwendungen möglicherweise am Monatsanfang gezahlt werden, die Umsätze jedoch erst am Monatsende erzielt werden und somit im Laufe des Monats die tatsächliche Höhe der benötigten Kreditlinie weit höher liegt, als dies der schnelle Blick auf die Liquiditätsvorschau verrät.

Aber neben den Gefahren verbergen sich in dem Zahlenplan auch Möglichkeiten ein regelmäßiges Controlling durchzuführen und auf Frühwarnsysteme zu reagieren. So sollte der Existenzgründer monatlich einen Soll-Ist-Vergleich  erstellen und möglicherweise auftretende Abweichungen systematisch analysieren. Dabei muss der Unternehmer seine Erkenntnisse kritisch überprüfen: Sind z.B. die Umsätze tatsächlich geringer ausgefallen als geplant, so kann dies auf eine rückläufige Nachfrage hindeuten.

Ein Blick in das Mahnwesen kann jedoch verraten, dass die Ursache in der schlechten Zahlungsmoral der Kunden liegt – in beiden Fällen zeigt dieses Controlling dem Unternehmer auf, ob Schritte notwendig sind um einer Liquiditätskriese zuvorzukommen Wer also seine Plan-Zahlen nutzt, um im Vergleich mit den Ist-Zahlen Unregelmäßigkeiten im Geschäftsbetrieb auszumachen,  kann zeitnah auf drohende Gefahren reagieren und diese abwenden.

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